Prostatastanzbiopsie mittels MRI-und Ultraschall-Fusion (MR-TRUS-FUSION)

 

Wie entdeckt man den Krebs?

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Die Diagnose erfolgt jeweils durch eine Biopsie (Gewebeentnahme). Meist wird eine Biopsie aufgrund eines erhöhten PSA-Werts, eines auffälligen Testbefunds (de Enddarms) oder aufgrund Auffälligkeiten in einer durchgeführten Bildgebung (Ultraschall, MRI, CT) angeordnet.

Durch eine Biopsie wird eine möglichst genaue Diagnose gestellt. Gemäss internationalen Leitlinien werden dabei mindestens 12 Proben (6 pro Seite) entnommen. Am häufigsten werden die Proben – Ultraschall gestützt – via Enddarm gewonnen.

Bei einer Krebsdiagnose im Prostatabereich sind die Therapiemöglichkeiten vielfältig. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten ist beispielsweise auch ein kontrolliertes Zuwarten ("active surveillance") bei ausgewählten Tumoren eine mögliche Strategie. Dafür ist allerdings eine zuverlässige Diagnostik unerlässlich.

Als erste Klinik in der Schweiz bietet die Urologische Universitätsklinik in Bern zudem die Möglichkeit der „stereotaktischen Fusionsbiopsie“ mittels Artemis / Eigen-System an. Dies ist eine Plattform, welche in den USA seit einiger Zeit an verschiedenen renommierten Universitätskliniken im Einsatz steht.

 

Wie ist das Vorgehen bei der Diagnose?

Alle Patienten erhalten zunächst eine multiparametrische MRT (Kernspinn)-Untersuchung der Prostata. Die Untersuchung wird durch unsere Kollegen der Radiologie des Inselspitals durchgeführt. Alternativ können auch extern durchgeführte, idealerweise multiparametrische MRT-Untersuchungen, mitgebracht werden. Die entsprechenden Bilder werden von einem Radiologen zusammen mit einem Urologen evaluiert und auffällige Areale markiert. Die MRT -Bilder werden im Anschluss mit einer durch den Enddarm durchgeführten, hochauflösenden Ultraschalluntersuchung (transrektaler Ultraschall = TRUS) abgeglichen und zusammengeführt.

Nun werden die Biopsien punktgenau unter live-Ultraschall aus den verdächtigen Arealen gewonnen und zusätzlich eine Standard 12-fach-Biospie durchgeführt. Damit hat man eine sehr hohe Sicherheit, dass auffällige Areale entdeckt und keine relevanten Tumore verpasst werden. Die Biopsie-Orte werden in einem 3D-Modell der Prostata aufgezeichnet und gespeichert. Damit kann der Pathologe die Tumore genau zuordnen und bei einem kontrollierten Zuwarten den Tumor möglichst akkurat im Verlauf verfolgen. Eine Woche nach der Biopsie besprechen wir den Befund in unserer Sprechstunde mit dem Patienten.

 

Die Vorteile einer MR/TRUS Fusionsbiopsie:

  • unkomplizierter ambulanter Eingriff, schmerzarm in lokaler Betäubung
  • Prostatatumore können zuverlässiger (inkl. Ausdehnung) diagnostiziert werden
  • tiefe Rate von Rebiopsien
  • Falls eine Rebiopsie notwendig ist (z.B. unter active surveillance) können die Biopsien
  • millimetergenau nach dem gleichen Plan durchgeführt werden
  • falls MRI und die Biospsie unauffällig sind, ist ein relevanter Tumor unwahrscheinlich

 

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