Aldosteron-produzierendes Adenom

Ein primärer Hyperaldosteronismus ist die häufigste Ursache des sekundären Bluthochdrucks (Hypertonie) und findet sich bei etwa 5-10% aller Patienten bei denen ein Bluthochdruck festgestellt wurde. In einem Drittel der Patienten findet sich ursächlich ein Aldosteron-produzierendes Adenom (Conn-Syndrom), in etwa zwei Drittel der Fälle eine ein- oder beidseitige sogenannte idiopathische Nebennierenhyperplasie als Ursache für die erhöhte Aldosteronproduktion.

In seiner klassischen Form präsentiert sich der primäre Hyperaldosteronismus mit einer Aldosteron-Überproduktion, niedriger Plasma-Renin-Aktivität und Hypokaliämie. Dennoch haben mehrere Untersuchungen gezeigt, dass der normokaliämische primäre Hyperaldosteronismus die häufigste Präsentationsform dieser Erkrankung ist. Patienten mit Aldosteron-produzierenden Adenomen sind häufig jünger und haben oft eine besonders schwere Form der Hypertonie gekennzeichnet ist.

Als Screening-Untersuchung kann die Messung der Plasma-Aldosteron- und Renin- Konzentration beim stehenden Patienten vorgenommen werden. Das Verhältnis von Aldosteron zu Reninkonzentration ist bei primärem Hyperaldosteronismus typischerweise erhöht. Dynamische Suppressionstests werden in der Regel nach einem positiven Screening-Test durchgeführt, um pathologisch erhöhte Plasma- Aldosteron-Spiegel zu bestätigen. Sobald ein primärer Hyperaldosteronismus bestätigt wird, sollten weitere Untersuchungen mittels Magnetresonanztomographie (MRI) durchgeführt werden um ein mögliches Adenom zu erfassen. Sollten diese Untersuchungen keine schlüssigen Ergebnisse für das vorliegen eines Adenoms ergeben, sollten gegebenenfalls selektive Nebennierenvenen Probeentnahmen durchgeführt werden.

Die optimale Behandlung für Aldosteron-produzierende Adenome oder einer unilateralen Nebennierenhyperplasie stellt die einseitige robotergestützte laparoskopische Adrenalektomie (Da Vinci Adrenalektomie) dar. Diese kann in ausgewählten Fällen als organerhaltende Operation, sogenannte Teilresektion,  durchgeführt werden. Die idiopathische bilaterale Hyperplasie und die durch Glucocorticoidgabe therapierbare Form des Hyperaldosteronismus sollten medikamentös (Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten und Dexamethason) behandelt werden.