Eine Frage des Vertrauens

Freitag, 14. Dezember 2018, 12:20 Uhr

Für Tobias Gross von der Universitätsklinik für Urologie ist die Leitung der Urologischen Sprechstunde im Spital Riggisberg ein Heimspiel - er ist in Berner Oberland aufgewachsen.

Die Besetzung dieser Stelle mit dem ruhigen, fokussierten Dr. med. Tobias Gross war sicher kein Zufall – denn die Abklärung eines Prostata-Karzinoms oder von Inkontinenzproblemen ist eine sehr persönliche Angelegenheit. «Vertrauen
aufbauen ist sehr wichtig», bestätigt der stellvertretende Oberarzt.
Fokussiert ging Tobias Gross auch während seines Medizinstudiums an der Universität Bern vor: Nach seinem ersten medizinischen Praktikum im 3. Studienjahr marschierte er zum Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik
für Urologie, zu Prof. Dr. med. George Thalmann. «Bitte geben Sie mir eine Stelle in Ihrer Klinik», lautete Tobias Gross’ Bitte. Genau das hat der ehemalige Triathlet erreicht. Teils belächelt von Studienkollegen, ist Tobias Gross seiner konsequenten Entscheidung für die Urologie in Bern stets treu geblieben. Das war für beide Seiten gut, denn die Universitätsklinik für Urologie geniesst weltweit einen herausragenden Ruf. Was zeigt, dass man nicht immer um die halbe Welt reisen muss, um eine hochwertige Behandlung zu erhalten. Tobias Gross (33) wurde speziell ausgebildet
am Operationsroboter Da Vinci, der auch für urologische Operationen eingesetzt wird. Dies wurde möglich durch ein einjähriges Fellowship am Royal Melbourne Hospital. Mittlerweile ist Dr. Gross auf die roboterassistierte Operation von Prostata- und Nieren-Karzinomen sowie auf Hodentumore spezialisiert.
Diese hochspezialisierten Operationen finden jedoch zentral an der Universitätsklinik in Bern statt. Im Spital Riggisberg soll, laut George Thalmann, «die Grundversorgung für Urologie sichergestellt werden».
Diverse urologische Abklärungen kann Tobias Gross nun vor Ort vornehmen: Zum Beispiel die Untersuchung der Prostata durch Abtasten und Bluttests, die Abklärung wiederkehrender Harnwegsinfekte und das Vorhandensein von Nierensteinen. Harnwegsuntersuchungen, Ultraschall und Computertomografien sind ebenfalls
möglich. Durch Vortragsreihen im Spital Riggisberg sollen diese Leistungen den regionalen Hausärztinnen und -ärzten vorgestellt werden. Dr. Gross, früher sportlich sehr aktiv, teilt heute seine Freizeit lieber mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn. Wie lange er die Sprechstunde in Riggisberg leiten wird, ist
noch offen. Man kann sich gut vorstellen, dass sich seine Patienten am Spital Riggisberg wünschen, dass er bleibt. Bodenständig eben.
(bilu)